PASS Summit 2014 – muss man da unbedingt hin?

Dieses Jahr ist für mich Premiere – ich werde nach dem MVP Summit im unmittelbaren Anschluss den PASS Summit 2014 besuchen. Der PASS Summit ist das jährliche Highlight für jeden begeisterten SQL Experten – sei es die Arbeit im Rahmen von Administration und  Entwicklung von und mit Microsoft SQL Server oder aber die stark an Funktionalität gewachsene BI-Sparte des Microsoft SQL Server. Sicherlich stellt sich für den einen oder anderen “Unentschlossenen” die Frage, muss man unbedingt da hin? Ich selbst habe mir die Frage auch häufig gestellt und bekenne mich mit einem klaren JEIN.

Was ist die PASS?

PASS steht für “Professional Association for SQL Server” und ist quasi der “Dachverband” für alle regionalen User Groups, die sich mit Microsoft SQL Server beschäftigen (http://www.sqlpass.org). In Deutschland ist die PASS als Verein mit Sitz in Bad Camberg organisiert (http://sqlpass.de/Verein/Verein.aspx). Die Mitgliedschaft in der PASS ist kostenlos und auf jeden Fall empfehlenswert für alle interessierten SQL Server Enthusiasten; egal ob Anfänger, “accidential DBA”, Experten oder die, die es noch werden wollen!

Was ist der PASS Summit?

Die PASS ist Organisator vieler bekannter Veranstaltungen. In Deutschland ist neben der Arbeit der lokalen Chapter vor allen Dingen der SQL Saturday eine beliebte Veranstaltung, die überall auf der Welt von den lokalen PASS Chapters ausgetragen wird. Doch der SQL Saturday (übrigens kostenlos für die Teilnehmer) ist nur eine von vielen weltweit etablierten Veranstaltungsreihen. So werden unter der Schirmherrschaft der PASS folgende Veranstaltungen durchgeführt:

Was für Hollywood die jährliche OSCAR-Verleihung, ist für den SQL Experten der jährliche PASS Summit. Einmal im Jahr trifft das “Who ist Who” der internationalen SQL Server Spezialisten auf mehr als 5.000 Besucher der Veranstaltung die in diesem Jahr vom 04.11.2014 bis zum 07.11.2014 in Seattle (WA) stattfindet. Neben über 100 interessanten Veranstaltungen zu “Database Administration”, “Database Development” und “Business Intelligence” steht bestimmt das Networking als Motivation für den Besuch des PASS Summit im Vordergrund! Die Veranstaltungen sind “Kost für Jedermann” unabhängig vom eigenen Erfahrungsschatz. Alle Vorträge sind in Kategorien eingeteilt, die bei 100 (Anfänger) beginnen und bei 500 (absoluter Experte und Deep Dive) enden. Die Veranstaltungssprache ist Englisch.

Wann sollte man den PASS Summit besuchen?

Unabhängig davon, ob man sich selbst als “Anfänger” bezeichnet oder aber der ultimative “Crack” ist – es gibt immer interessante Themen, die man persönlich stiefmütterlich behandelt und über die man mehr Informationen wünscht. Ich bin beispielsweise kein BI-Experte finde es aber hoch interessant, von den wirklichen Experten mal ein paar Dinge über BI zu hören und zu sehen, die meinen persönlichen Horizont erweitern und meinen Fokus auf das vollständige Produkt Microsoft SQL Server richten. Mein Schwerpunkt ist – und bleibt – die Database Engine aber BI rückt immer mehr in den Fokus. Da ist es wichtig, zumindest die Core Concepts zu verstehen und auch schon mal “in action” gesehen zu haben.

Genau das ist einer der wesentlicher Bestandteile des PASS Summit – die Anzahl von Beispielen durch exzellente Referenten um die behandelte Materie nicht nur in theoretischer Form zu vermitteln sondern auch in der Praxis anschaulich zu demonstrieren.

Bei jedem Experten, der sich mit SQL Server professionell beschäftigt wie auch bei jedem Anfänger, der sich gerade in die Komplexität von Microsoft SQL Server einarbeitet, steht sicherlich die “Bibel” von Kalen Delaney im Schrank! “SQL Server Internals 2xxx”. Dieses Buch hat mich z. B. den vollständigen Weg zu den Master-Prüfungen begleitet und auch heute noch schlage ich bei komplexen Problemen immer wieder nach. Auf dem PASS Summit hat man die Möglichkeit, nicht nur die Theorie aus den Büchern zu erleben sondern man kann mit den Sprechern und Autoren auch selbst sprechen. Ich habe noch keinen der “Superstars” erlebt, der nicht gerne mal für eine Frage nach seiner Session bereit war, ein paar Details zu erklären / erläutern.

Neben Kalen Delaney sind alle bekannten Microsoft SQL Server Experten auf dem PASS Summit vertreten. Wer Paul Randal oder Kimberly Tripp bisher nur in Videos erleben konnte, für den dürfte der PASS Summit bestimmt einen Besuch wert sein. Wer tief in die Produktspezifika von Microsoft SQL Server abtauchen (insbesondere der Query Optimizer) möchte, für den ist Conor Cunningham (Software Architekt for Microsoft SQL Server bei Microsoft) ein Muss. Wer sich mehr für Optimierung von Abfragen und für den Query Optimizer interessiert, ist sicherlich bei Itzik Ben-Gan oder Benjamin Nevarez gut aufgehoben. Die Bücher von Itzik Ben-Gan sollten in keinem Bücherregal eines Datenbankentwicklers fehlen; zeigen sie doch in leicht verständlicher Weise, wie man effiziente und schnelle Abfragen erstellt.

Mal die “Grossen” sehen und hören ist sicherlich ein Aspekt, der für einen Besuch des PASS Summit spricht. Ein anderer wichtiger Posten, den man immer auf dem Radar haben sollte – Networking! Wann hat man schon mal die Möglichkeit, mit Menschen aus allen Kontinenten seine Passion ausgiebig zu diskutieren und vielleicht gemeinsam am Laptop ein Problem zu analysieren und zu lösen? Und wenn es nur das berühmte Bier an der Bar ist; man bekommt so schnell nicht wieder die Möglichkeit, sich mit Menschen aus den verschiedensten Kulturen über seine Passion zu unterhalten!

Und wann nicht?

Der PASS Summit findet jedes Jahr in Seattle (WA) statt. Die Anreise aus Deutschland ist relativ angenehm. Der Flug dauert etwa 10:30 Stunden. Neben der langen Flugdistanz gibt es drei Aspekte, die von einem Besuch des PASS Summit abschrecken könnten:

  • Kosten für Flug, Konferenz und Unterkunft
  • Verdienstausfall für Freiberufler
  • Alle Sessions werden in englischer Sprache gehalten

Die Kosten für den Flug von Frankfurt nach Seattle (Hin- und Rückflug) liegen bei ca. 900,00 €. Für die 3-tägige Konferenz selbst ist man – je nach Buchungsdatum – bei ca. 1.500,00 € angelangt. Hotelkosten liegen bei ca. 200,00 € / Nacht, Seattle ist halt eine amerikanische Großstadt! Insgesamt sind so Basiskosten von 2.500 – 3.000 € fällig, um einmal dabei zu sein und die neuesten Informationen zu Microsoft SQL Server zu erfahren. Ist man dann auch noch Freiberufler, kommen nicht unerhebliche Kosten für den Verdienstausfall hinzu. Geht man von einem Tagessatz von 600,00 € aus, sind erneut 3.000,00 € fällig, die auf Grund des Verdienstausfalls zu Buche geschrieben werden müssen. Diese Kosten müssen auf rationaler Ebene tatsächlich von jedem ins Verhältnis gesetzt werden zum persönlichen Benefit, den man aus dieser Veranstaltung ziehen möchte. Die Entscheidung wird um so schwerer, wenn man sieht, welche fantastischen Angebote es für deutlich weniger Geld bis kostenlos auch hier in Deutschland gibt.

  • So bietet der PASS e. V. sogenannte PASS Essentials an, die sich für einen Tag intensiv mit einem Thema auseinander setzen und – verbunden mit vielen Beispielen – von erfahrenen und bekannten Sprechern aus der deutschen Community gehalten werden.
  • Es gibt das SQL Boot Camp, das jedes Jahr ein fester Bestandteil im Kalender des PASS e. V. ist
  • Und nicht zu vergessen die SQL Konferenz, die im Februar 2014 ein so großer Erfolg war, dass sie auch 2015 wieder ein fester Bestandteil im Programm des PASS e. V. ist.
  • Last but not Least nicht zu vergessen der mittlerweile etablierte SQL Saturday, der sicherlich auch 2015 wieder zahlreichen Zuspruch durch die deutsche SQL Community findet

Ein – zumindest aus DACH-Sicht – nicht zu unterschätzender Punkt ist, dass alle Sessions in englischer Sprache gehalten werden. Obwohl Englisch gerade in der IT die Standardsprache ist, bin ich sicher, dass es für den potentiellen Interessenten eine Herausforderung darstellt! In einem Gespräch mit einem Kollegen auf dem SQL Saturday in Köln / Bonn hat er explizit darauf hingewiesen, dass er zwar englische Fachliteratur liest aber von Konferenzen in anderer als der deutschen Sprache Abstand nimmt; das gilt insbesondere für technisch sehr komplexe Themen.

Aus “unserer” Sicht sicherlich ein berechtigter Einwand gegen den PASS Summit aber – und das ist ja das Besondere des PASS Summit – der Summit ist kein nationales Ereignis sondern ein internationales Ereignis zu dem mehr als 5.000 Teilnehmer aus aller Welt kommen. Wer nicht nur Interesse an rein technischen Veranstaltungen bekundet sondern sich gerne mit Menschen aus anderen Ländern mit andern Kulturen unterhält; für den ist der PPASS Summit sicherlich ein Gewinn.

Meine persönlichen Erwartungen an den PASS Summit.

Microsoft SQL Server ist ein spannendes Produkt zu dem es jeden Tag Neues zu entdecken gibt. Ich schaffe es nicht, mich mit allen Konzepten des Microsoft SQL Server im Detail zu beschäftigen und bin dankbar, dass es Spezialisten gibt, die als Sprecher in 75 Minuten ihr Wissen gespickt mit vielen Beispielen an die Community weiter geben. So kann ich sieben Fliegen mit einer Klappe schlagen:

  • Ich besuche eine atemberaubende Stadt Seattle (WA).
  • Ich treffe viele neue interessante Menschen, die meine Passion für Microsoft SQL Server teilen.
  • Ich lerne viele neue Dinge (und seien es nur Akzente) von Microsoft SQL Server.
  • Die “Superstars” der Community geben sich ein Stelldichein und neben Kalen Delaney kann ich Sessions von Paul Randal, Kimberly Tripp, Itzik Ben-Gan, Adam Machanic, Benjamin Nevarez, Grant Fritchey u.v.m. besuchen.
  • Neben den Veranstaltungen bleibt ausreichend Zeit für Networking und ich bin gespannt, wen ich alles kennen lerne und wie viele bekannte Gesichter aus Europa ich wiedertreffe.
  • Ich treffe viele andere MCM und MVP Kollegen.
  • Ich bekomme vielleicht einen Einblick in die zukünftigen Produktpläne von Microsoft durch die Sprecher der Produktgruppe für Microsoft SQL Server.

Die Aussicht auf viele interessante Leute und spannende Vorträge haben mich dieses Jahr veranlasst, den PASS Summit zu besuchen. Wer weiß, vielleicht sind ja einige Leser meines Blogs ebenfalls vom 04.11.2014 bis 07.11.2014 auf dem PASS Summit in Seattle (WA). Ich freue mich über jeden, der mich mit einem “Hallo” anspricht und sich mit mir gemeinsam über Microsoft SQL Server und andere Dinge austauschen möchte. Genau so dankbar bin ich für diejenigen deutschen Kollegen, die bereits mehrfach auf dem PASS Summit waren und mich “an die Hand nehmen” und mir ein für mich neues Terrain zeigen.

Herzlichen Dank fürs Lesen!

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